Die Könige des Sandes

Senegal

An den Stränden von Dakar trainieren Scharen junger Männer in der Hoffnung, eines Tages als neue Stars des Senegalesischen Wrestling gefeiert zu werden. Der Laamb verbindet Kampfsport, mystische Rituale, kollektive Euphorie und wirtschaftliche Interessen. Er trägt die Geschichte eines Landes in sich, in dem uralte Traditionen und Moderne in erstaunlicher Harmonie nebeneinander existieren. Im Morgengrauen scheint der Strand des Stadtbezirks Ngor an der Nordwestspitze der Cap-Vert-Halbinsel in Dakar noch den Fischern zu gehören. Einige bunte Pirogen treiben sanft auf dem Atlantik, während sich die ersten Silhouetten am Strand abzeichnen. Die einen laufen sich warm oder stemmen improvisierte Gewichte, die anderen trainieren beharrlich ihre Kampftechnik. Solche Szenen spielen sich jeden Morgen auf dem kilometerlangen Küstenstreifen der senegalesischen Hauptstadt ab. In diesem Land mit knapp zwanzig Millionen Einwohnern gilt das Senegalesische Ringen als soziales, kulturelles und wirtschaftliches Phänomen, das weit über den sportlichen Wettkampf hinausgeht.

Texte und Fotos: Christian Bobst

Ausgabe 254
August - September 2026

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