Frankreich
Willy Minec hat sich einem ganz besonderen Abenteuer gestellt und mitten im Winter unter Bedingungen wie im 13. Jahrhundert zu Fuss den historischen Pilgerweg zwischen dem Gévaudan und dem Languedoc bewältigt. In 16 Tagen legte er an die 300 Kilometer zurück, ohne dabei moderne Ingenieursbauten zu nutzen. Dabei war er in Leinen, Filz und Leder gekleidet. An den Füssen trug er hölzerne Trippen. Kirchen oder einfache Unterstände auf dem Feld dienten ihm als Nachtlager. Der lange Pilgerstab tastet den Grund des Flusses ab. Sein Träger watet barfuss durch das Wasser. Es reicht ihm bis zu den Oberschenkeln. Damit seine Kleidung nicht nass wird, hat er sie sorgfältig in einer Tasche verstaut. Seit einigen Tagen liegen die Tiefsttemperaturen im Département Lozère nahe dem Gefrierpunkt. Doch das hat diesen sonderbaren Wanderer nicht davon abgehalten, den Fluss Bès an einer Furt zu Fuss zu überqueren. Die benachbarte Brücke ist zwar einladend, doch für den Wanderer keine Option. «Diese Brücke wurde erst im 16. Jahrhundert gebaut. Ich darf sie also nicht benutzen», erklärt er mit zusammengebissenen Zähnen.
