Mit den Gauchos auf Wanderschaft

Chile

In Patagonien, in der chilenischen Region Magallanes, pflegen einige Gauchos noch immer die traditionelle Wanderviehhaltung. Sie durchqueren die weiten, vom Wind gepeitschten Landschaften und treiben das Vieh auf dem Rücken ihrer Pferde vor sich her – genauso wie ihre Vorfahren zwei Jahrhunderte zuvor. E ntschlossen tritt sie in die morgendliche Kälte hinaus. Sie trägt eine Bombacha, die sie in ihre Stiefel gesteckt hat, und eine Boina auf dem Kopf. Die Nase tief im Poncho vergraben, geht sie in Richtung Hundezwinger, wo sie bereits kläffend empfangen wird. Ein Dutzend Katzen, die sich zu einem grossen Knäuel zusammengerollt haben, sieht uns dabei zu, wie wir uns zum Aufbruch bereitmachen. Die 37-jährige Bélen räumt ein: Als Frau hat man es in der sehr männlichen und machistischen Welt der Gauchos nicht leicht. Dennoch ist sie es, die an diesem eisigen Aprilmorgen gemeinsam mit ihrem Onkel Tito die Rückkehr des Sommerviehs aus den Bergen zur Estancia San Antonio koordiniert.

Text : Claire Marca
Fotos : Claire et Reno Marca
 
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Ausgabe 252
April-Mai 2026

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