Iran
In den Hochlagen des Zagros-Gebirges wandern die Bachtiaren noch immer mit ihren Herden zu Fuss entlang der jahrhundertealten Pfade. In einem Land, das von strengen Sanktionen, Wasserknappheit und rascher Urbanisierung geprägt ist, gleicht diese saisonale Transhumanz einem Überlebenskampf.Die Morgendämmerung ist erfüllt vom Geruch von verbranntem Holz, saurer Ziegenmilch und Bergluft – eine Mischung, die jedem Teheraner Heimweh bereiten dürfte. Ramezan öffnet unvermittelt die Augen und erteilt sogleich schroffe Befehle. Jede Etappe des 150 Kilometer langen Marschs birgt ihre ganz eigenen Schwierigkeiten, und er will keine Zeit verlieren. Mehran und Ashkan, seine Söhne, legen ihre Filzdecken beiseite und stehen auf. Sie nehmen ein paar Stücke Fladenbrot zu sich und treiben dann die Herde ein, die sich in der Nacht verstreut hat.
